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Die richtigen Laufschuhe finden – das musst du wissen!

9. November 2018
Die richtigen Laufschuhe finden – Das musst du wissen!usst du wissen!

Die Treppe nach oben wird immer länger, und auf den letzten Stufen hast du den Eindruck, dass du ein Sauerstoffzelt gebrauchen könntest. Du bist außer Atem, und der Schweiß rinnt. Ein leichtes Schnaufen, das du gerne mit dem einer Dampflok vergleichst, kannst du dir ebenfalls nicht verkneifen. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass es um deine Kondition nicht gerade gut bestellt ist. Jetzt reicht es, du möchtest auch endlich wieder locker und leicht die Treppen bewältigen, ohne gleich an den Rand der Belastungsgrenze zu geraten. Training ist ab jetzt angesagt. Die alten Laufschuhe werden ausgepackt, und ab geht es in den Wald. Schnell stellst du fest, dass nicht nur die Kleidung nicht mehr richtig passt, sondern auch die Laufschuhe. Dann wird es Zeit für neue Laufschuhe. Sie sind die wichtigsten Utensilien auf dem Weg zu einer guten Kondition. Beim Kauf gibt es viele Punkte, die du auf jeden Fall beachten solltest.

Die Themen in der Übersicht:

Wie sind Laufschuhe aufgebaut?

Der Entschluss ist gefasst, mit dem täglichen Lauftraining soll die Kondition verbessert werden, gleichzeitig soll es kleinen Fettpölsterchen an den Kragen gehen. Um diesen Entschluss in die Tat umzusetzen, fehlt jetzt nur noch eins, das Werkzeug aller Läufer: Gute Laufschuhe. Es gibt eine unendlich große Auswahl unterschiedlicher Laufschuhe. Sie unterscheiden sich in vielen Punkten, haben aber auch sehr viele Gemeinsamkeiten. Dazu zählt der Aufbau.

Fußstützen

Fußstützen sind immer dann sehr wichtig, wenn der Fuß dazu neigt, nach innen oder außen zu knicken. Das Einknicken des Fußes nach innen wird als Überpronation bezeichnet. Eine Stütze an der Innenseite des Laufschuhs kann dazu beitragen, dass diesem Einknicken entgegengewirkt wird. Das gilt auch für die Supination, dem Gegenteil der Pronation. Hier ist es so, dass der Fuß nach außen wegknickt. Dann kann ein Stützelement in der Außenseite des Schuhs sehr hilfreich sein. Läufer, die diese Probleme nicht kennen, sollten zu Neutralschuhen ohne Stütze greifen. Ansonsten ist es möglich, dass sich der Fuß an diese eigentlich unnötige Stütze gewöhnt, und dadurch dann eine Supination oder eine Pronation entsteht.

Schuhdämpfung

Viele gute Laufschuhe werden mit einer speziellen Schuhdämpfung hergestellt. Heute zählt eine gute Dämpfung zu den Grundeigenschaften eines wirklich guten Laufschuhs. Es gibt unterschiedliche Systeme, die sich nicht nur im Grad der Dämpfung unterscheiden, sondern auch in der Funktion. Viele Läufer kommen sehr gut ohne Dämpfung zurecht, es gibt aber auch einige Gründe, die für einen Laufschuh mit Dämpfung sprechen. Das Laufen auf einem sehr harten Untergrund gehört auf jeden Fall dazu, ebenso wie Probleme am Fuß oder Übergewicht. Auch wer mit sehr untrainierten Muskeln startet, sollte sich für Laufschuhe für Anfänger mit Dämpfung entscheiden. Besonders der Ort der Dämpfung variiert bei den Schuhen. Bei Laufschuhen, die für Vorderfußläufer konzipiert wurden, wird die Dämpfung dementsprechend auch für gewöhnlich vorne platziert. Allerdings sind die meisten Menschen heute eher Mittelfußläufer oder Fersenläufer. Daher gibt es auf dem Markt sehr viele Laufschuhe, die über eine Dämpfung im Mittelbereich oder im Fersenbereich verfügen.

Sohlenprofil

Das Sohlenprofil ist wichtig, damit der Läufer immer den notwendigen Halt bekommt. Wer öfter auf unterschiedlichen Untergründen unterwegs ist, sollte sich für einen Schuh entscheiden, der perfekt zu dem Untergrund passt, auf dem am meisten gelaufen wird. Wer nur auf den Straßen unterwegs sein möchte, ist mit einem glatten Profil gut beraten. Das Laufen im Gelände dagegen stellt ganz andere Anforderungen an die Schuhsohle, hier ist eine grobe Sohle erforderlich. Diese bietet einen guten Hält. Bei jedem Schuh stellt die Sohle den Kontakt zwischen dem Laufschuh und der Strecke her. Daher verfügen alle Modelle über ein entsprechendes Sohlenprofil mit unterschiedlichen Riffelungen. Diese sorgen dafür, dass die Haftung verbessert wird.

Obermaterial

Das Obermaterial ist sehr wichtig, es umschließt den Fuß nicht nur, sondern stützt ihn auch gleichzeitig. Sehr wichtig ist, wie das Obermaterial auf dem Schuh angebracht wurde. Es stehen zwei Varianten zur Verfügung, das Obermaterial kann genäht oder auch geklebt werden. Das Obermaterial eines Laufschuhs sollte immer luft- und feuchtigkeitsdurchlässig sein. Eine Zunge mit einer weichen Polsterung sorgt dafür, dass es auf dem Spann nicht zu Druckstellen kommt. Auch die Fersenkappe spielt eine wichtige Rolle. Ist sie stabil gearbeitet sorgt sie dafür, dass der Fuß einen sicheren Halt im Schuh hat. Dadurch wird ein Verrutschen der Ferse zur Seite hin verhindert. Die besten Laufschuhe, die für den Einsatz im Gelände konzipiert wurden, verfügen oft über eine Oberfläche, die aus wasserdichtem Material gefertigt wurde.

Welche Laufschuhe gibt es?

Je nach Laufstil, möglichen Fußproblemen und vorherrschendem Untergrund beim Laufen stehen unterschiedliche Laufschuhe zur Verfügung.

Neutrallaufschuhe

Neutrale Laufschuhe kommen zum Einsatz, wenn der Läufer über eine normale Fußstellung und ein normales Abrollverhalten verfügt. Sehr gut geeignet sind Neutrallaufschuhe mit einer Dämpfung im Bereich der Ferse, wenn längere Laufstrecken absolviert werden sollen. Sie verfügen über eine komfortable Dämpfung und sind relativ leicht. Sohle und Schaft geben dem Fuß eine leichte Führung beim Laufen. Oft wird als Obermaterial atmungsaktives Mesh genutzt. Neutrallaufschuhe sind sehr gut geeignet für Freizeitläufe und Trainingsläufe, egal ob es auf einen langen Lauf geht, oder nur eine kurze Strecke absolviert werden soll.

Dämpfungslaufschuhe

Der Name ist bei diesen Schuhen Programm. Dämpfungsschuhe verfügen über eine hohe bis sehr hohe Dämpfung, sie sind auch unter der Bezeichnung Cushionschuhe bekannt. Sie sind sehr gut geeignet, wenn auf sehr hartem Untergrund gelaufen wird. Schwere Läufer, die sehr untrainiert sind, und Menschen mit Übergewicht profitieren von diesen Schuhen mit Dämpfung. Die Modelle sind vor allen Dingen im Bereich der Ferse mit sehr guten Dämpfungseigenschaften ausgestattet. Die Aufgabe dieser Dämpfung ist es, den Aufprallstoß auf harten Untergründen wie Beton oder Asphalt abzufedern. So sollen die Gelenke des Läufers geschont werden. Dämpfungslaufschuhe sind optimal geeignet für ruhige und lange Dauerläufe.

Stabilitätsschuhe

Stabilitätsschuhe besitzen einen besonders steifen Schaft. Dadurch sind sie in der Lage, dem Fuß einen guten Halt und eine bessere Führung zu bieten. Diese Modelle verfügen zudem auch über eine starke Dämpfung und Stützen. In den meisten Fällen handelt es sich um Pronationsstützen, dadurch soll das zu starke Abknicken des Fußes nach innen verhindert werden. Stabilitätsschuhe haben die Aufgabe, dem Läufer ein komfortables Laufen möglich zu machen. Ganz besonders Läufer, deren Füße schnell nach innen abknicken, finden in Stabilitätsschuhen genau den passenden Laufschuh.

Wettkampfschuhe

Zeit ist alles, was bei einem Wettkampf wirklich zählt. Dementsprechend sind auch die passenden Laufschuhe gestaltet. Sie sind ganz besonders leicht, und ausgerichtet auf eine maximale Performance. Wettkampfschuhe verfügen für gewöhnlich nicht über eine Dämpfung oder Stützen. Diese Modelle müssen nicht robust sein. Viel wichtiger ist für diese Schuhe die Belüftung. Nicht nur Hochleistungssportler profitieren von speziellen Wettkampfschuhen, auch Hobbysportler, die an einem Wettkampf teilnehmen möchten, finden in diesen Schuhen den perfekten Partner.

Geländelaufschuhe

Für das Laufen im Gelände müssen entsprechende Laufschuhe den optimalen Halt bieten. Um dies gewährleisten zu können, bieten Geländelaufschuhe ein paar Besonderheiten. Sehr wichtig bei diesen Modellen ist die Sohle. Wer auf weichen, oft schlammigen Wegen unterwegs ist, braucht ausreichend Grip. Daher sind viele Sohlen mit großen Stollen ausgestattet. Statt Mesh wird bei Geländelaufschuhen atmungsaktiver Stoff als Obermaterial genutzt, der robuster ist. Viele Modelle sind auch mit speziellen Membranen ausgestattet, so dass die Schuhe atmungsaktiv werden, aber auch wasserdicht. Spezielle Geländelaufschuhe werden oft nicht mit den bekannten Schnürsenkeln geschlossen, da diese schnell in Büschen oder an Wurzeln hängenbleiben können. Stattdessen wird hier ein spezielles Schnürsystem genutzt. Auf eine starke Dämpfung wird bei diese Schuhen verzichtet, da in den meisten Fällen sowieso bereits auf weichem Untergrund gelaufen wird. Wichtiger ist der direkte Kontakt zum Boden.

Was ist beim Kauf von Laufschuhen zu beachten?

Die Auswahl an Laufschuhen ist wirklich unglaublich groß. Da fällt es oft nicht leicht, genau das richtige Modell zu finden. Nicht nur der Fußtyp spielt eine große Rolle, sondern auch der Lauftyp und der Laufstil.

Welcher Fußtyp bist du?

Normalfuß

  • Als Normalfuß wird der gesunde Fuß bezeichnet. Leider kommt der Normalfuß in der Bevölkerung nicht mehr allzu oft vor. Gerade einmal 20 Prozent der Menschen haben einer Schätzung nach heute noch einen Normalfuß. Der Normalfuß ist erkennbar an seinem Abdruck, den er beispielsweise im Bad oder auch im Sand hinterlässt. Er hinterlässt einen Abdruck in einer natürlichen Form. Dabei sind sowohl der Vorfuß als auch der Mittelfuß und der Rückfuß sehr gut zu erkennen. Die Fußsohle steht nicht komplett in Kontakt mit dem Boden. Im mittleren Bereich zeigt der Abdruck nur einen schmalen Außenrand. Das Fußgewölbe dagegen erzeugt gar keinen Abdruck.

Senkfuß (Plattfuß)

  • Unter Belastung flacht das Längsgewölbe des Fußes ab. Das ist das typische Merkmal des Senkfußes, auch bekannt als Plattfuß. Zu wenig Bewegung und Training kann dafür sorgen, dass die Fußmuskulatur schwächer wird, dadurch entsteht ein Senkfuß. Auch ausbleibende Reize auf die Muskulatur des Fußes tragen zum Senkfuß bei. Das passiert oft, wenn der Fuß aufgrund von falschen Schuhen ruhiggestellt wird. Ein weiterer Auslöser kann auch eine Bindegewebsschwäche sein. Schätzungsweise 70 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile davon betroffen. Viele sind sich allerdings nicht einmal bewusst darüber. Erkennbar ist der Senkfuß sehr gut an der Auflagefläche des Fußes, die insgesamt breiter ist. Wer sich nicht sicher ist, ob er vielleicht einen Senkfuß hat, kann dies auch oft anhand der Schuhsohle feststellen. Häufig ist die Sohle besonders stark an der Innenseite abgenutzt.

Hohlfuß

  • Der Hohlfuß ist weitaus seltener in der Bevölkerung vertreten. Gerade einmal 5 Prozent der Bevölkerung laufen schätzungsweise auf einem Hohlfuß. Es handelt sich um eine angeborene Fehlstellung. Beim Hohlfuß ist das Längsgewölbe des Fußes erhöht aufgrund verkürzter Fußmuskeln und Sehnen. Der Hohlfuß ist insgesamt nicht sehr elastisch, sondern eher etwas versteift. Darunter leidet die Funktionalität des Fußes. Beeinträchtigt davon ist auch die natürliche Dämpfung. Der Abdruck dieses Fußes zeigt, dass nur der Vorfuß und die Ferse gut zu sehen sind. Der Mittelfuß und der äußere Rand des Fußes berühren den Boden kaum. Diese Fehlstellung führt dazu, dass die Ferse und der Vorfuß einer starken Belastung ausgesetzt sind, was zu Schmerzen führen kann.

Zoom schwarze Laufschuhe am Fuß von hinten

Welcher Lauftyp bist du?

Ein wichtiger Punkt ist auch der Lauftyp. Beim Kauf eines Laufschuhs ist es sehr wichtig zu wissen, welchem Lauftyp man angehört. Unterschieden werden dabei drei Abrollbewegungen, die beim Laufen genutzt werden.

Überpronierer

  • Bei diesem Lauftyp knickt der Fuß beim Laufen schnell nach innen. Sehr oft sind es Freizeitläufer, die zu diesem Lauftyp zählen. Es gibt aber viele beste Laufschuhe die in der Lage sind, das auch wieder auszugleichen.

Neutraler Pronierer

  • Ein Läufer, der diesen Lauftyp hat, bewegt sich sehr natürlich. Als natürlich wird es bezeichnet, wenn die Füße eines Läufers im Bereich der Knöchel eine leichte Innendrehung vollführen, wenn dieser barfuß läuft oder Laufschuhe trägt, die keine Stützelemente haben.

Supinierer

  • Das ist der Gegenpart zum Überpronierer. Dies bedeutet, dass der Läufer bei der Abrollbewegung nicht nach innen, sondern nach außen knickt. Selbstverständlich gibt es auch für diesen Lauftyp genau die passenden Laufschuhe, die diese Fehlstellung des Fußes wieder ausgleichen können.

Person mit Laufschuhen an den Füßen

Welchen Laufstil hast du?

Auch beim Laufstil gibt es drei Varianten. Je nach Läufer kann die beste Laufbewegung sehr unterschiedlich sein. Es gibt einige Faktoren, die darauf Einfluss haben, beispielsweise das Alter, die Laufziele und auch der Untergrund. Jeder kann seinen eigenen Laufstil erkennen, dafür ist es lediglich erforderlich, beim Laufen genau darauf zu achten, mit welchem Teil der Fuß auf den Boden aufkommt.

Fersen- oder Rückfußlauf

  • Bei diesem Laufstil kommt der Läufer mit der Ferse auf, danach rollt er über den Vorderfuß ab. Dieser Laufstil ist sehr ökonomisch, dementsprechend ist er auch sehr beliebt. Rund 90 Prozent der Freizeitläufer laufen in diesem Stil. Wer allerdings gute Zeiten erzielen möchte, sollte auf einen anderen Stil setzen.

Mittelfußlauf

  • Wie es der Name bereits andeutet, kommt der Läufer bei diesem Stil mit dem Mittelfuß auf, und rollt dann über den Vorderfuß ab. Es handelt sich bei diesem Laufstil praktisch um ein Mittelding zwischen dem Fersenlauf und dem Vorderfußlauf.

Ballen- oder Vorfußlauf

  • Dieser Laufstil ist sehr häufig bei Top-Athleten zu beobachten. Er ermöglicht ein schnelles Vorankommen, so dass Spitzenzeiten erreicht werden können. Allerdings führt dieser Stil zu einer besonders starken Belastung der Wadensehne und der Achillessehne. Dadurch können Verletzungen entstehen. Wer auf diesen Laufstil umsteigen möchte wird besonders zu Beginn feststellen, dass er sehr anstrengend ist. Oft wird er auch falsch durchgeführt.

Impression laufen auf einer endlosen Straße

Auf welchem Untergrund läufst du?

Selbstverständlich spielt auch der Untergrund, auf dem am häufigsten gelaufen wird, eine große Rolle.

Straße (Asphalt)

  • Asphalt ist der beste Untergrund, wenn schnelle Läufe absolviert werden sollen. Allerdings werden bei diesem Belag die Gelenke ein wenig stärker belastet. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Läufer nur wenig trainiert ist, oder zu einseitig. Beim Laufen auf Asphalt sollte ein Laufschuh mit einer guten Dämpfung gewählt werden. Asphalt federt nicht, aber jeder Schritt ist ungefähr gleich und kann identisch gesetzt werden.

Park (Schotterwege)

  • Befestigte Schotterwege – das ist der Untergrund, den sehr viele Läufer bevorzugen. Sein großer Vorteil ist, dass er eine leichte Dämpfung bietet, aber trotzdem fest und hart ist. Schotterwege sind die ideale Untergrund für lange Läufe.

Wald (weicher Waldboden)

  • Weiche Waldwege bieten eine sehr gute Dämpfung. Sie sind am schonendsten für den Läufer, und sind gut für ein gelenkschonendes Training geeignet. Allerdings ist der Waldboden auch eine Herausforderung für die Muskulatur der Füße. Es kann durchaus sein, dass jeder Schritt anders ist. Dadurch werden die Muskeln trainiert, aber auch der Gleichgewichtssinn und die Koordination. Wer es nicht gewohnt ist, auf Waldboden zu laufen, sollte immer erst langsam mit kleinen Einheiten beginnen, und die Einheiten nach und nach steigern.

Laufschuhe kaufen - Tipps von Jan Fitschen

Was unterscheidet Laufschuhe für Damen und Herren?

Dass es spezielle Laufschuhe für Damen und Herren gibt, hat natürlich seinen Grund. Frauenfüße sind generell anders gebaut als Männerfüße. Dementsprechend ist es natürlich wichtig, dass auch gute Laufschuhe für Damen anders konstruiert werden. Männerfüße haben andere Proportionen als Frauenfüße. Dadurch unterscheiden sich auch die Anforderungen an den Laufschuh. Durchschnittlich haben Frauenfüße rund 30 Prozent weniger Volumen. Gute Laufschuhe für Damen sind daher für gewöhnlich recht schmal und schlank geschnitten. Der Vorderfuß der Frauen ist im Vergleich zum Rückfuß breiter. Auch beim Spann gibt es Unterschiede. Dieser ist insgesamt flacher, verglichen mit dem Spann der Männer aber höher. Deutlich schmaler sind auch die Fersen der Damen. Somit benötigen die Fersenkappen der Laufschuhe eine andere Form. Frauenfüße sind zudem auch flexibler als Männerfüße, dementsprechend sind auch die Laufschuhe flexibler. Ein weiterer Unterschied ist das Körpergewicht. Selbst wenn Frau und Mann die gleiche Körpergröße haben, sind Frauen für gewöhnlich vom Gewicht her leichter. Das hat Einfluss auf die Dämpfung des Schuhs, auch die Stabilitätselemente müssen anders konstruiert werden. Damen Laufschuhe besitzen daher meistens wenig Stabilität und eine sehr weiche Dämpfung. Gute Laufschuhe für Herren sind dementsprechend keine guten Laufschuhe für Damen.

Blaue Laufschuhe mit weißer Sohle

Gibt es Laufschuhe für schwere Läufer?

Der Entschluss, mit dem Laufen zu beginnen, bringt viele Vorteile. Gerade übergewichtige Menschen entscheiden sich dafür, mit Hilfe des Lauftrainings Gewicht zu verlieren. Dies bedeutet aber auch, dass sie zu Beginn die passenden Laufschuhe für das höhere Gewicht benötigen. Auch Menschen mit einem hohen Körpergewicht stehen oft vor der Frage, welcher Laufschuh der richtige für schwere Läufer ist. Die Schuhhersteller wissen genau, dass nicht jeder Läufer gertenschlank ist, und bieten dementsprechend auch spezielle Modelle für Menschen mit einem höheren Gewicht an. Besonders gut sind robuste und stabile Laufschuhe geeignet. Schwere Läufer sollten sich für Dämpfungsschuhe entscheiden. Es gibt ein paar Punkte, auf die schwere Läufer besonders achten sollten:

  • Die Außensohle sollte besonders robust und bestenfalls aus Hartgummi gefertigt sein. Dadurch wird der Abrieb der Sohle verringert. Zudem können Verformungen des Schuhs verhindert werden, und die Lebensdauer verlängert sich.

  • Auch die Zwischensohle sollte sehr robust sein und über einen hohen Härtegrad verfügen. Dadurch bietet der Schuh einer bessere Dämpfung, die Gelenke werden geschont.

  • Eine feste Fersenkappe und ein robuster Mittelfußgurt sind notwendig, um dem Fuß einen sehr guten Halt zu geben. Für eine längere Haltbarkeit des Materials sorgt ein gefestigter Schaftbereich.

Wie wichtig ist die Dämpfung eines Laufschuhs?

Bei einem Laufschuh gehört die Dämpfung zu den wichtigsten Funktionen. Viele Laufschuhe werden mit einer besonders starken Dämpfung ausgestattet. Allerdings ist diese nicht immer erforderlich. Es gibt sportwissenschaftliche Untersuchungen die zeigen, dass auch eine mäßige Dämpfung des Laufschuhs ausreichen kann. Die Dämpfung bietet viele Vorteile, aber auch Nachteile:

Vorteile

Die Dämpfung eines Laufschuhs hat eine sehr wichtige Funktion. Sie bietet eine Entlastung bei unterschiedlichen Untergründen, aber auch bei Fehlstellungen des Fußes. Die Dämpfung erleichtert das Laufen auf hartem Untergrund wie Asphalt und Beton. Auch um Winter läuft es sich auf einem gefrorenen Untergrund mit einer Dämpfung weitaus leichter. Für übergewichtige Läufer ist eine Dämpfung besonders wichtig. Sie hilft auch bei orthopädischen Problemen wie einem Hohlfuß, und trägt zur Vermeidung von Problemen an Gelenken, Knien und Wirbelsäule bei. Gerade für Läufer mit einer untrainierten Muskulatur an den Füßen und in den Beinen ist eine Dämpfung eine wahre Erleichterung.

Nachteile

Der menschliche Körper besitzt durch seine Muskeln, Gelenke und Sehnen bereits selbst ein sehr effektives Dämpfungsverhalten. Eine zu starke Dämpfung kann dazu führen, dass dem Fuß diese Muskelarbeit, die sehr wichtig ist, abgenommen wird. Daraus resultiert, dass er zu stark entlastet wird. Eine Folge davon kann ein zu geringer Trainingseffekt sein, und sogar eine Erschlaffung der Muskulatur der Füße ist möglich. Die Eigenstabilisation kann abnehmen, der Laufstil kann sich verändern, ebenso wie die Wahrnehmung des Fußes für den jeweiligen Untergrund. Zudem erhöht sich die Neigung zum Umknicken.

An Gelbe Laufschuhen eine Schleife binden

Wie binde ich Laufschuhe richtig?

Die meisten Menschen sind in der Lage, sich die Schuhe zu binden. Das ist auch keine große Wissenschaft, dennoch ist das richtige Binden und Schnüren gerade bei Laufschuhen sehr wichtig. So bekommt der Fuß ausreichend Halt, ohne dass es zu Verkrampfungen kommt, oder Druckstellen entstehen. Es gibt ein paar Dinge, die beim Schnüren von Laufschuhen beachtet werden sollten.

Beim Laufen wird der Fuß stärker belastet und somit auch stärker durchblutet. Als Folge davon schwillt er an. Dieser Effekt ist auf kürzeren Strecken nur wenig bis gar nicht bemerkbar. Auf längeren Strecken sieht es aber schon anders aus. Werden die Schuhe beispielsweise für einen Halbmarathon zu fest geschnürt, werden sich bald die ersten Probleme einstellen. Schmerzen und Druckstellen sowie eine schlechtere Durchblutung können auftreten. Daher ist eine zu feste Schnürung nicht empfehlenswert. Mit einem Doppelknoten kann verhindert werden, dass die Schuhe während des Laufs nachgeschnürt werden müssen. Eine zu lockere Schnürung ist aber auch nicht die richtige Wahl. Dadurch könnte der Fuß während des Laufens hin und her rutschen, ganz besonders im Bereich der Ferse. Dadurch ergibt sich eine Reibung, die eine Blasenbildung als Folge haben könnte. Auch der Laufstil wird durch eine zu lose Schnürung beeinträchtigt. Da der Fuß nicht ausreichend Halt finden kann versuchen die Zehen, den Schuh irgendwie festzuhalten. Dadurch kann es zu einer Verkrampfung kommen.

Die richtige Schnürung sollte immer möglichst gleichmäßig über den gesamten Schuh erfolgen. Der Schuh sollte immer einen sicheren Halt bieten, zudem darf die Ferse auf keinen Fall rutschen. Sollte es an einer bestimmten Stelle auf dem Fußrücken immer wieder zu einer Druckstelle kommen, kann die entsprechende Öse an der Stelle auch ausgelassen werden. Läufer, deren Zehen immer wieder blau anlaufen durch den Druck des Obermaterials, sollten eine andere Schnürung ausprobieren. Dafür ist es notwendig, die ganze Schnürung zu erneuern. Für das Beispiel wird der rechte Schuh geschnürt. Die Schnürsenkel werden zunächst durch die untersten Ösen gezogen. Danach dann die rechte Seite des Schnürsenkels direkt von der untersten Öse auch nach oben durch die linke oberste Öse ziehen. Die normale Schnürung übernimmt dann die linke Schnürsenkelseite. Diese wird, wie bei einer normalen Schnürung üblich, durch die einzelnen Ösen diagonal gezogen. Durch diese spezielle Technik wird der Druck von den Zehen genommen, da das Obermaterial der betreffenden Stelle einfach nach oben gezogen wird. Für den Fall, dass keine Schnürung fest genug ist, und die Ferse einfach immer rutscht, sollte die Marathonschnürung genutzt werden.

Wie oft sollten Laufschuhe ausgewechselt werden?

Wie lange halten Laufschuhe? Das ist eine Frage, auf die es keine generelle Antwort gibt. Die Lebensdauer eines Laufschuhs hängt von vielen Faktoren ab. Ein leichter Läufer wird sicherlich länger Freude an seinem Schuh haben als ein schwerer Läufer. Die Außensohle wird auf festem Asphalt sicher nicht so lange halten als beim Laufen auf weichem Waldboden. Leichte Wettkampfschuhe haben generell eine kürzere Lebensdauer als stabile Laufschuhe. Auch der persönliche Laufstil hat einen großen Einfluss auf die Haltbarkeit der Laufschuhe. Ein gutes Anzeichen dafür, dass bald ein Wechsel anstehen könnte, ist die Sohle. Ist diese bereits sehr stark abgelaufen, könnte allein aus Sicherheitsgründen ein Austausch empfehlenswert sein. Je mehr ein Schuh genutzt wird, desto mehr wird das Innen- und Außenleben beansprucht. Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Material seine Aufgaben nicht mehr zur vollsten Zufriedenheit ausführen kann. Dann ist es Zeit für einen Wechsel. Generell gilt, dass Laufschuhe zwischen 500 und 1.000 Kilometer lang halten. Das ist die durchschnittliche Laufleistung, die die meisten Modelle bieten. Ab einer Laufleistung von 500 Kilometern sollten die Schuhe besonders gut beobachtet werden. Die Sohle sollte daraufhin geprüft werden, ob der Abrieb an einigen Stellen zu groß geworden ist. Auch Risse müssen beobachtet werden.

Joggen im Schnee mit Weißen Laufschuhen

Welche Laufschuhe im Winter tragen?

Spezielle Laufschuhe für den Winter sind durchaus sinnvoll. Auch wenn viele Läufer ihre Laufschuhe das ganze Jahr über tragen ist es empfehlenswert, für den Winter auf spezielle Schuhe auszuweichen. Im Winter ist der Untergrund ganz anders als im Sommer. Besonders dann, wenn Schnee oder Eisflächen das Laufen erschweren, sollten spezielle Laufschuhe für den Winter mit einer rutschfesten Sohle zum Einsatz kommen. Im Winter herrscht zudem immer eine gewisse Feuchtigkeit. Der Untergrund ist sehr oft nass. Daher sollten Winterlaufschuhe auf jeden Fall aus einem Außenmaterial bestehen, das wasserabweisend ist. Es sollte in der Lage sein, die Feuchtigkeit absolut sicher vom Inneren des Schuhs fernzuhalten. Wichtig ist aber auch, dass die Laufschuhe beständig bleiben gegenüber veränderten Außentemperaturen. Nur besonders hochwertige Außenmaterialien verändern sich nicht bei wechselnden Temperaturen. Bei einfachen Laufschuhen, die eher für den Einsatz im Sommer entwickelt wurden, verändert sich das Material sehr oft bei niedrigen Temperaturen. Es ist möglich, dass sich die Materialien verhärten. Dann werden die Schuhe ganz besonders schnell nass, dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko. Zudem sind nasse Füße oft der Auslöser für eine Erkrankung wie einer Erkältung. Laufschuhe für den Winter sollten also wasserdicht, rutschfest und aus speziellen Materialien gefertigt sein.

Welche Laufschuhe im Sommer tragen?

Im Sommer kann praktisch jeder Neutrallaufschuh getragen werden. Die meisten Modelle sind für den Sommer ausgelegt. Sehr gut geeignet sind Modelle, die aus leichten Materialien gefertigt wurden. Sie sollen die Füße gut führen, aber auf keinen Fall wärmen. Für das Laufen auf Asphalt oder dem weichen Waldboden sollte der Laufschuh das passende Sohlenprofil aufweisen. Wetterfeste und wasserdichte Materialien sind für diese Schuhe nicht notwendig, sie könnten sogar dafür sorgen, dass der Fuß zu sehr schwitzt.

Muss man neue Laufschuhe einlaufen?

Wie alle anderen Schuhe ebenfalls sollten auch Laufschuhe immer erst eingelaufen werden. Der wichtigste Grund dafür ist, dass sich das Material das Schuhs zunächst einmal dehnen wird. Das ist besonders beim Obermaterial der Fall. Jeder Läufer stellt fest, dass er seinen neuen Laufschuh in den ersten Tagen immer wieder etwas enger schnüren muss als noch am Tag zuvor. Kurze Trainingseinheiten sind vollkommen ausreichend, aber selbstverständlich eignen sich auch etwas längere, und dafür gemütlichere Läufe. Diese bieten den Vorteil, dass der Sitz der Schuhe immer wieder geprüft und korrigiert werden kann. Zum Einlaufen eher nicht geeignet ist ein langer Dauerlauf oder auch eine Intervalleinheit. Wer nicht gleich zum ersten Lauf mit den neuen Schuhen starten möchte, kann sie auch zunächst auf einem kleinen Spaziergang tragen.

Laufschuhe mit gelber Sohle und Wasserflasche

Wie wasche und pflege ich Laufschuhe?

Beim Lauftraining oder Joggen sind Laufschuhe das wichtigste Utensil. Dementsprechend sollten sie auch gepflegt werden. Nur mit der richtigen Pflege ist es möglich, dass die Funktionalität und die Haltbarkeit erhalten werden. Mit ein paar einfachen Tipps werden Laufschuhe sehr lange ihre Aufgaben erfüllen können.

  • Laufschuhe sollten generell niemals in der Waschmaschine gewaschen werden. Das mag zwar für Sneakers und Stoffschuhe eine gute Lösung darstellen, kann bei Laufschuhen aber eher schädlich als nützlich sein. Lediglich die Schnürsenkel und die Einlegesohlen können in die Waschmaschine gegeben werden.

  • Die Reinigung per Hand ist absolut empfehlenswert. Dafür sollten keinerlei Reinigungsmittel oder Chemikalien genutzt werden.

  • Leichte Verschmutzungen können ganz einfach mit einem feuchten Tuch ohne Reinigungsmittel entfernt werden.

  • Starke Verschmutzungen sollten entfernt werden, bevor der Laufschuh trocknen kann. Dafür kommen eine Bürste oder ein Schwamm zum Einsatz, mit lauwarmem Wasser kann der Schmutz ganz leicht entfernt werden.

  • Beim Laufen kommt es schnell einmal vor, dass die Schuhe feucht werden. Das ist auch kein Problem, allerdings sollten sie immer gut getrocknet werden. Feuchte Materialien sind ein idealer Nährboden für alle Arten von Erregern und auch Pilzen.

  • Beim Trocknen der Laufschuhe sollte darauf verzichtet werden, sie nahe an die Heizung zu stellen, oder gar direkt auf die Heizung zu legen. Vor direkter Sonneneinstrahlung sollte das Material ebenfalls geschützt werden.

Nützliches Zubehör - spezielle Laufsocken

Für jedes Lauftraining werden die passenden Laufschuhe benötigt. Es gibt aber auch noch einiges Zubehör, das den Lauf besser gestalten kann. Dazu gehören spezielle Laufsocken. Wer noch nie diese funktionellen Laufsocken beim Training genutzt hat, sollte das unbedingt nachholen. Vor allen Dingen die Läufer, die des öfteren mit Blasen an den Füßen zu tun haben, sollten sich Laufsocken zulegen. Die meisten Läufer tragen beim Training Baumwollsocken. Diese sind aber besonders bei langen Läufen oder gar Wettkämpfen absolut ungeeignet, da sich das Material sofort mit Feuchtigkeit vollsaugt. Als Folge davon quillt die Baumwolle auf, dadurch kann die Feuchtigkeit der Füße nicht mehr nach außen abtransportiert werden. Die Haut bleibt somit feucht, und dann sind auch Blasen nicht mehr weit. Spezielle Laufsocken sind in der Lage, die meiste Feuchtigkeit nach außen abzugeben. Sie nehmen selbst nur wenig Feuchtigkeit auf. Selbst bei langen Läufen bleiben die Füße relativ trocken, und das Blasenrisiko wird minimiert. Alle Vorteile spezieller Laufsocken finden Sie hier.

Markenschuhe vs Billigschuhe im Test:

Was können falsche Laufschuhe anrichten?

Viele Läufer unterschätzen, wie wichtig die richtigen Laufschuhe wirklich sind. Die Wahl des falschen Schuhwerks kann beim Laufen dafür sorgen, dass die Gelenke erheblichen Schaden nehmen. Es gibt aber noch weitere negative Effekte, die falsche Laufschuhe haben können. Es ist beispielsweise nicht möglich, die Kraft wirklich effizient einzusetzen. Füße, Hüfte, Knie und Beine sowie die Wirbelsäule werden einseitig oder falsch belastet. Beim Laufen stellt sich dann schnell ein unangenehmes Unwohlsein ein. Werden die Gelenke häufig falsch belastet, kann das zudem zu Reizungen der belasteten Punkte führen. Diese Reizungen wiederum können zu Verletzungen führen. Das zwingt den Läufer zu einer Laufpause. Ist die Gesundheit wieder hergestellt, beginnt das Training wieder von Null an. Die antrainierte Ausdauer muss zunächst wieder aufgebaut werden. Viele Läufer können sich dann auch nicht mehr motivieren, mit dem Laufen erneut zu beginnen. Oft schwingt auch immer die Angst mit, dass wieder Schmerzen auftreten könnten. Viele Läufer lassen es dann lieber ganz sein, und hören mit dem Sport auf. Alles Folgen, die vermieden werden können, wenn der richtige Laufschuh gewählt wird.

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